Eine Work & Travel – Reise durch Europa
In einer Welt, in der Remote-Arbeit langsam zur Norm wird, haben wir, Christa und Simon, den nächsten Schritt gewagt: eine mehrmonatige Work & Travel-Reise durch Europa. Als Art Director beim Warenhaus LOEB verantwortet Christa Konzept und Design saisonaler Kampagnen. Simon arbeitet bei Nuvibit AG in der IT-Branche als AWS Cloud-Spezialist. Gemeinsam haben wir uns auf eine Reise begeben, die unser Arbeitsleben mit unserer Reiselust auf eine ganz besondere Weise verbindet.
Wir waren schon immer begeisterte Reisende, besonders Städtetrips haben es uns angetan. Doch oft hatten wir das Gefühl, dass uns die Zeit davonlief, bevor wir einen Ort wirklich kennenlernen konnten. Kaum waren wir angekommen und wussten, wo wir den besten Kaffee kriegen, mussten wir schon wieder unsere Koffer packen. Die Pandemie brachte eine unerwartete Wende in unser Leben – wir entdeckten, dass Remote-Arbeit für uns beide hervorragend funktioniert. Als sich dann für uns überraschend die Möglichkeit ergab, von überall aus zu arbeiten, war die Idee geboren: Warum nicht reisen und dabei arbeiten?
Unsere Vision: Ein temporäres Zuhause in ganz Europa
Wir fassten den Plan, an verschiedenen Orten in Europa jeweils 3-4 Wochen zu verbringen. So konnten wir richtig in die Atmosphäre und Kultur jedes Ortes eintauchen, anstatt nur an der Oberfläche zu kratzen. Wir stellten uns vor, morgens aufzuwachen und auf die Skyline von Oslo zu blicken oder nach der Arbeit eine spontane Wanderung durch das schottische Hochland zu unternehmen. Es war eine aufregende Aussicht, unseren Lebensmittelpunkt temporär zu verschieben und Europa zu unserem Zuhause zu machen.
Ein paar Eindrücke aus Ballycastle, Nordirland:
Die Vorbereitung: Ein Berg von Aufgaben
Die Vorbereitungen für unsere Reise waren nicht zu unterschätzen, und wir verbrachten viele Abende damit, alles zu organisieren. Es galt, eine Vielzahl von Aspekten zu berücksichtigen und zu regeln. Wir mussten uns mit rechtlichen Fragen auseinandersetzen, Gespräche mit Versicherungen und Behörden führen und natürlich alles sorgfältig mit unseren Arbeitgebern und Kunden abstimmen. Wenn ihr darüber nachdenkt, eine ähnliche Reise zu unternehmen, können wir euch die Firma pack & work empfehlen. Sie waren für uns und unsere Arbeitgeber eine grosse Unterstützung bei der Klärung vieler offener Fragen, insbesondere in Bezug auf administrative Punkte wie Steuern, Sozialversicherung, Visa oder arbeitsrechtliche Aspekte. Interessanterweise investierten wir vergleichsweise wenig Zeit in die Planung der einzelnen Reisestationen. Wir wählten in erster Linie die Orte aus, die uns besonders reizten und konzentrierten uns dann darauf, ansprechende Unterkünfte zu finden, die unseren Arbeitsanforderungen entsprachen. Für alles Weitere entschieden wir uns bewusst für eine gewisse Spontaneität – wir wollten uns von den Orten und Erfahrungen überraschen lassen. Diese Mischung aus sorgfältiger Vorbereitung in den wesentlichen Bereichen und Flexibilität bei den Details erwies sich als ideale Kombination. So wählten wir im Voraus ausschliesslich Unterkünfte mit Highspeed Internetverbindung. Vor Ort stellen wir dann sehr schnell fest, dass es für uns ebenso wichtig ist, Unterkünfte mit mehreren Räumen zu wählen, so dass wir parallele Conference Calls abhalten können.
Persönliche Bereicherung: Mehr als nur Arbeit
Diese Reise hat uns auf so vielen Ebenen bereichert. Die Balance zwischen Arbeit und Entdeckung eröffnet uns komplett neue Perspektiven. Nach Feierabend erkunden wir Museen, besuchen lokale Restaurants oder unternehmen kurze Wanderungen oder Schnorcheltrips, was nicht nur erfrischend ist, sondern auch unsere Kreativität förderte. Die Begegnung mit lokalen Kulturen hinterlässt tiefe Eindrücke. So besuchten wir beispielsweise das kleine Familienunternehmen Skye Weavers, eine traditionelle Weberei in Schottland. Die dort gewonnenen Einblicke in alte Handwerkskunst inspirierten Christa direkt bei der Arbeit – das LOEB-eigene Karomuster für die aktuelle Herbstkampagne entstand in Schottland.
Unsere Lieblingsplätze
Jeder Ort, den wir besuchten, hatte seinen eigenen unverwechselbaren Charme, doch einige Orte hinterliessen einen besonders tiefen Eindruck bei uns. Tallinn in Estland faszinierte uns mit seiner einzigartigen Mischung aus mittelalterlichem Charme und modernster Technologie. Besonders schätzten wir das reichhaltige kulturelle Angebot der Stadt, das von traditionellen Museen bis hin zu innovativen Kunstgalerien reicht. In Kopenhagen verliebten wir uns in die ausgeprägte Fahrradkultur und das stilvolle skandinavische Design. Der Sommer in der dänischen Hauptstadt war einfach wunderbar – die langen, hellen Tage und die entspannte Atmosphäre in den Strassencafés und am Wasser machten unseren Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis. Eine besondere Entdeckung machten wir in Ballycastle, Nordirland. Dort fanden wir in «Stay Lagom» eine Unterkunft, die perfekt auf die Bedürfnisse von Remote-Arbeitern zugeschnitten war. Die Gastgeber empfingen uns nicht nur herzlich, sondern versorgten uns auch mit wertvollen Insider-Tipps für die Erkundung der malerischen Umgebung.
Bilder aus Tallinn:
Unsere Top 5 Learnings
1. Gründlich recherchieren: Es lohnt sich, nach Anbietern, Dienstleistungen und Gadgets zu suchen, die für die Reise hilfreich sein können. So haben wir beispielsweise dank eines Black Friday-Deals ein praktisches «Wingo International»-Mobileabo zu einem top Preis abgeschlossen. Zudem haben wir bisher nirgends Bargeld benutzt, da wir die Onlinebank «Neon» nutzen, welche gute Gebühren und Wechselkurse bietet. Leichtes, handliches Gepäck ist Gold wert. Unsere Must-Haves: eine Mehrfachsteckdose, ein klappbarer Bildschirm, ein kleiner Milchschäumer (für den perfekten Cappuccino am Morgen) und unser mobiler Beamer «Samsung Freestyle» für Filmabende in unserem temporären Zuhause.
2. Mit den Gastgebern sprechen und neue Kontakte knüpfen: Ob im Voraus oder vor Ort, unsere Gastgeber waren bislang alle ausserordentlich hilfsbereit und haben uns bei unserem Projekt unterstützt – beispielsweise, indem sie uns eine schnellere Internetverbindung organisiert haben. Da wir länger vor Ort sind, ist es zudem eine schöne Gelegenheit, auf unkomplizierte Art neue Bekanntschaften zu knüpfen. Auch Coworking-Spaces eignen sich hervorragend, um Leute kennenzulernen.
3. Freunde und Familie einladen: Wir haben erfreulicherweise oft Besuch von Freunden und fühlen uns daher nicht isoliert oder haben Angst, etwas zu verpassen. Neben den neuen Freundschaften und Bekanntschaften, die wir schliessen durften, legen wir grossen Wert darauf, die Beziehungen nach Hause nicht zu vernachlässigen.
4. Slow Travel entdecken: Da wir ohne Zeitdruck reisen, versuchen wir nach Möglichkeit, alternative Transportmittel zum Flugzeug zu nutzen. Dadurch gewinnen wir einen guten Eindruck der zurückgelegten Distanzen. So waren wir beispielsweise öfters mit der Fähre unterwegs – von Irland nach Schottland, von Tallinn nach Helsinki sowie von Oslo nach Kopenhagen. Letzteres ist eine Fahrt von 19 Stunden, die sehr lange an der wunderschönen Küste Norwegens entlangführt. Die Zeit auf der Fähre haben wir zum Arbeiten genutzt – mit etwas Vorbereitung und Recherche war das problemlos möglich.
5. Die Zeit an den Orten unbedingt geniessen: Das Vertrauen, das uns Kunden und Arbeitgeber entgegenbringen, motiviert uns zu besonderem Engagement. Obwohl wir tendenziell mehr arbeiten als zu Hause, legen wir grossen Wert darauf, die lokalen Erfahrungen voll auszukosten. Ein täglicher Spaziergang ist für uns zur Routine geworden, um die neue Umgebung zu erkunden. Dabei ist es wichtig, eine Balance zu finden: Wir geniessen die Erlebnisse, ohne dem Druck zu erliegen, alles sehen zu müssen. Schliesslich ist dies unser neuer Alltag, kein durchgeplanter Urlaub.
Fotos aus Kopenhagen:
Wir hoffen, unsere Erfahrungen inspirieren euch, eure eigene Work & Travel-Reise zu planen. Es ist eine einzigartige Möglichkeit, die Welt zu erkunden und dabei beruflich am Ball zu bleiben. Wer weiss, vielleicht treffen wir uns ja irgendwo unterwegs!
Christa & Simon