Lehrabgänger binden mit pack & work

Mit der Ausbildung von Lehrlingen leisten viele Unternehmen einen wertvollen Beitrag zur Nachwuchsförderung und somit auch zur Sicherstellung derjenigen Fachkräfte, welche die Wirtschaft und unsere Gesellschaft so dringend benötigen. Aber die Unternehmen tun dies auch aus Eigeninteresse. Wer könnte schliesslich den von ihnen benötigten Fachkräften von morgen jenes Spezialwissen besser vermitteln, als sie selber? Schade liegt die Verbleibquote bei tiefen 45%. Die pack & work Programme helfen, diese Quote zu erhöhen.

Nächsten Sommer schliessen wieder Tausende junge Berufsleute ihre Lehre ab. Viele werden eine Weiterbildung in Angriff nehmen. Die meisten steigen aber ins „richtige“ Berufsleben ein. Laut der Studie „Integration in den Arbeitsmarkt nach Abschluss der Sekundarstufe II nach erlerntem Beruf“ des Bundesamtes für Statistik BFS von 2018 machen jedoch 55% aller Lehrabgänger den Einstieg ins Berufsleben nicht beim Lehrbetrieb. Laut dem Reporting Personalmanagement 2018 der Bundesverwaltung lag die sogenannte Verbleibquote beim Bund sogar bei lediglich 24.9%. Die sogenannte Verbleibquote ist ein wichtiger Gradmesser in der Berufsbildung. Sie zeigt, wie viele Lehrabgänger ein halbes Jahr nach dem Ende ihrer Ausbildung weiterhin im Betrieb arbeiten. Als Ziel wurden bei der Bundesverwaltung 30% bis 40% definiert. Bei der Lehrabgänger-Befragung wurde unter anderem festgestellt, dass diese anderswo Erfahrungen sammeln möchten. «Sei dies bei einem anderen Arbeitgeber oder bei einem Auslandaufenthalt», sagt EPA-Kommunikationschef Anand Jagtap in einem Artikel der Aargauer Zeitung vom 21.3.2018.

Gründe für eine Weiterbeschäftigung der Lehrabgänger gibt es viele:

  • Lernende stellen einen zusätzlichen Rekrutierungspool für Fachkräfte dar.
  • Firmen wissen genau, wen sie einstellen: Die Lehre ist quasi eine ausgedehnte Probezeit. Folglich ist die Qualität der auf dem Arbeitsmarkt zu findenden Berufsleute nach Lehrabschluss durchschnittlich tiefer als die der Berufsleute, die beim eigenen Betrieb geblieben sind!
  • Lernende kennen die Abläufe im Betrieb bereits sehr gut und wurden sogar auf betriebsspezifischen Themen geschult (im Gegensatz zu Fachkräften vom externen Arbeitsmarkt).
  • Eine niedrigere Fluktuation durch besonders betriebsverbundene, loyale Fachkräfte

Die pack & work Programme sind ein ideales Instrument, um Lehrabgänger längerfristig an die Unternehmung zu binden. Die Teilnehmenden kombinieren damit Abenteuer, Auslandaufenthalt und Sprachschule mit dem Aufbau von Berufserfahrung. Und sie arbeiten weiter für den ehemaligen Ausbildungsbetrieb. pack & work ist nicht für alle geeignet. Stimmt. Aber ein Blick auf jene Berufsstände, die im Hinblick auf Work Smart besonders viel Potenzial haben zeigt, dass auch dort die Verbleibquote in der gleichen Grössenordnung oder sogar deutlich darunter liegt: KV-Lernende 48%, Konstrukteure 47%, Informatiker 45%, Polygrafen 38%, Grafiker 32% und Mediamatiker 23%. Es bleibt also viel zu tun.