„…die vielen kleinen Erfolge machen auf jeden Fall stolz!“

Stefan Kayser über seine Erfahrungen als „pack & worker“ in Montréal.

Stefan, du hast diesen Sommer die Koffer gepackt, die Arbeit mitgenommen und als pack & worker in Montréal gelebt. Erzähl, wie war’s?

Das war auf jeden Fall eine super Erfahrung! Bis zur Abreise war ich sehr entspannt. Der Start war dann umso herausfordernder! Alles war neu für mich: Ich musste mich in der neuen Stadt erstmal orientieren. Auch kleine Dinge wie zum Beispiel das Lösen einer Bus-Fahrkarte werden plötzlich wieder zur Herausforderung. Die verschiedenen Dialekte und das schnellere Sprechtempo sind schwieriger zu verstehen, als ich es erwartet habe. Und mit der Wohnsituation und den Leuten musste ich mich auch erst einmal zurechtfinden. Dazu kommt noch der Jetlag. Nach ein, zwei Tagen gewöhnte ich mich langsam daran und realisierte, dass ich gar keine andere Wahl hatte, als mich mit ins Abenteuer reinzustürzen.

Du hast die Wohnsituation erwähnt. Was war daran speziell?

Ich habe mir über Airbnb ein Zimmer gemietet. Schon bei der Ankunft fragte mich mein Host, eine Kunststudentin, ob ich mich bei der Hausbesitzerin, die im gleichen Appartment-Building wohnte, nicht als Untermieter sondern als ihr Kollege vorstellen könne. Die Besitzerin sei angeblich gegenüber Airbnb eher skeptisch eingestellt. Mir war das egal. Das führte dann zu einigen skurrilen Situationen. So durfte ich in der Wohnung nicht zu laut von der Schweiz erzählen. Und meine Wäsche hängte mein Host dann auch grad lieber selber auf, damit mich die Besitzerin nicht sehen konnte. Auf Airbnb stand weiter, dass man das Zimmer abschliessen könne. Nun ja, das konnte man auch – aber nur von innen. 

Was gefiel dir besonders gut?

Das Leben in einer solchen Stadt war schon generell ein tolles Erlebnis! Mit jedem Tag kommt man in der neuen Umgebung besser zu recht und die vielen kleinen Erfolge machen auf jeden Fall stolz! Super waren auch der Ausflug nach Quebec, der Besuch am Comedyfestival «Just for Laughs» oder auch das Football-Game zwischen den Montreal Alouettes und den Edmonton Eskimos. Auch die Stadt unter der Stadt, «Montreal Souterrain», war sehr eindrücklich. Im grünen Park, an dem ich auf meinem Arbeitsweg vorbei kam, fand ich zwischendurch auch etwas Ruhe, um die ganzen Eindrücke zu verdauen.

Aber du hast ja auch gearbeitet?!

Oh ja, und das ziemlich viel. Mein Arbeitsplatz war im WeWork Ville Marie. Dort konnte ich mich bei Bedarf bis Mittag mit den Arbeitskollegen aus der Schweiz austauschen. Am Nachmittag arbeitete ich dann ungestört. Die Atmosphäre war sehr ruhig. In der Lounge oder z.B. bei einem Event wie dem Wine-Tasting lernte ich auch neue Leute kennen. Auch andere Firmen wie z.B. AT&T lernte ich kennen, da sich diese in den Räumlichkeiten teilweise dauerhaft eingemietet haben.

Du hast während deiner Zeit in Montréal eine Sprachschule besucht. Für welche Sprache hast du dich entschieden und wie war der Unterricht?

Ich war im Englisch-Unterricht bei Languages Across Borders. Montreal ist wirklich komplett zweisprachig. Das kennen wir ja in der Schweiz auch – nur halt Englisch und Französisch. Entsprechend kann man in der Schule auch beide Sprachen lernen. Meine Lehrerin hiess Annie und verstand es blendend, auf die Bedürfnisse der einzelnen Teilnehmer einzugehen. Wir haben im Unterricht so viel gelacht!

Was rätst du künftigen pack & workern?

Seid mutig und stürzt euch ins Abenteuer! Fragt nach Hilfe, wenn ihr Hilfe braucht. Schafft in eurem Team Klarheit darüber wer, wann was von wem erwartet (Anmerkung pack & work: Mehr dazu im Interview mit B. Bühlmann). Das erleichtert die Zusammenarbeit über die Distanz. Und persönlich hilft es auch, wenn man sich schon von zuhause aus einen Überblick verschafft, wie man zum Beispiel von der Unterkunft zum Arbeitsplatz gelangt etc.. Ich würde auf jeden Fall sofort wieder abreisen!

Vielen Dank! Bilder von Stefans Erlebnissen gibt es auf unserem Instagram-Kanal.

Stefan Kayser (35) hat einen Hintergrund als Konstrukteur und Automobilingenieur. Während seinem pack & work Programm in Montréal hat er mehrheitlich an SAP-Projekten gearbeitet und Konstruktionstätigkeiten am CAD ausgeführt. Wer Stefan ist und weshalb er mit pack & work Auslanderfahrung sammeln wollte, liest du in der Story Swiss Engineering in Montréal.